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Verträge Automatisierung

Wiederkehrende Rechnungen automatisieren: So geht's

· Minutly Team

Wartungsvertraege, SLA-Vereinbarungen, Hosting-Pakete, monatliche Beratungspauschalen: Fuer viele IT-Dienstleister machen wiederkehrende Einnahmen einen grossen Teil des Umsatzes aus. Aber die Rechnungen dafuer werden in vielen Unternehmen immer noch manuell erstellt. Jeden Monat, jedes Quartal, jedes Jahr. Das kostet Zeit und produziert Fehler.

Dieser Artikel zeigt, wie Sie den Prozess automatisieren und was Sie dabei beachten muessen.

Das Problem: Warum manuelle Rechnungserstellung nicht skaliert

Stellen Sie sich vor, Sie haben 30 Wartungsvertraege. Einige werden monatlich abgerechnet, andere quartalsweise, zwei jaehrlich. Die Betraege variieren, manche Vertraege haben eine Preisanpassungsklausel, einige laufen zum Jahresende aus.

Am Monatsanfang setzen Sie sich hin und erstellen die Rechnungen. Welche Vertraege sind diesen Monat faellig? Sie pruefen Ihre Vertragsliste, eine Excel-Tabelle mit 15 Spalten. Dann oeffnen Sie Ihre Rechnungssoftware und tippen Position fuer Position ein. Bei 30 Vertraegen sind das leicht zwei Stunden Arbeit, wenn alles glattlaeuft.

Aber es laeuft selten alles glatt. Einen Vertrag vergessen Sie, weil er nur quartalsweise abgerechnet wird und Sie die letzte Rechnung nicht mehr im Kopf haben. Bei einem anderen ist der Preis gestiegen, aber in der Vorlage steht noch der alte Betrag. Ein dritter Vertrag ist zum Vormonat ausgelaufen, aber das haben Sie uebersehen.

Das Ergebnis: verlorener Umsatz, Korrekturbedarf und ein Prozess, der mit jedem neuen Vertrag aufwaendiger wird.

Was Automatisierung hier bedeutet

Automatisierte wiederkehrende Rechnungen funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Sie hinterlegen die Rechnungsdaten einmal im Vertrag, und das System erzeugt die Rechnungen zum richtigen Zeitpunkt.

Das klingt trivial, erfordert aber einige durchdachte Funktionen:

Flexible Abrechnungsintervalle

Nicht jeder Vertrag wird monatlich abgerechnet. Ihr System muss mindestens monatliche, quartalsweise, halbjaehrliche und jaehrliche Intervalle unterstuetzen. Idealerweise sind auch individuelle Intervalle moeglich, zum Beispiel alle 13 Wochen.

Automatische Faelligkeitsberechnung

Das System muss wissen, wann die naechste Rechnung faellig ist. Das klingt einfach, wird aber komplex, wenn Vertraege nicht am Monatsersten beginnen oder wenn Sie Vertraege aufs Kalenderjahr angleichen muessen.

Preisanpassungen

Vertraege mit Preisanpassungsklauseln muessen im System abbildbar sein. Wenn der Preis sich zum Jahreswechsel aendert, muss die naechste Rechnung den neuen Betrag verwenden, ohne dass Sie manuell eingreifen.

Flexible Vertragspositionen

Vertraege aendern sich. Ein Kunde bucht im Juni ein zusaetzliches Hosting-Paket dazu, kuendigt im September den Backup-Service. Jede Position hat ihr eigenes Start- und Enddatum — unabhaengig vom Vertrag selbst. Ihr System muss das abbilden koennen, ohne dass Sie den ganzen Vertrag neu anlegen muessen. Genau das unterscheidet eine echte Vertragsverwaltung von einer einfachen Rechnungsvorlage.

Vertragsstatus

Das System muss erkennen, ob ein Vertrag aktiv, pausiert oder ausgelaufen ist. Fuer einen gekuendigten Vertrag darf keine Rechnung mehr erzeugt werden.

Die Tuecke der anteiligen Berechnung

Ein Thema, das bei der Automatisierung oft unterschaetzt wird: die anteilige Berechnung (Pro-Rata).

Beispiel: Ein Kunde schliesst am 15. Maerz einen monatlichen Wartungsvertrag ueber 500 Euro ab. Wie hoch ist die erste Rechnung? Fuer den vollen Monat? Oder anteilig fuer 16 Tage?

Die Antwort haengt von Ihrer Geschaeftspraxis ab, aber Ihr System muss beides koennen. Bei anteiliger Berechnung wird es mathematisch interessant: Hat der Maerz 31 Tage, ergibt sich ein Tagespreis von 16,13 Euro. Fuer 16 Tage sind das 258,06 Euro. Im Februar waere der Tagespreis hoeher, weil der Monat kuerzer ist.

Die meisten Unternehmen vermeiden tagesgenaue Berechnung und runden auf volle Monate. Das ist einfacher, fuehrt aber bei Vertragsbeginn oder -ende zu Diskussionen mit Kunden.

Ein gutes System bietet Ihnen die Wahl: tagesgenau, monatsgenau oder voller erster Monat.

Kalenderjahr-Angleichung: Ein haeufiger Sonderfall

Viele Dienstleister wollen, dass alle Vertraege zum Kalenderjahr abgerechnet werden, unabhaengig davon, wann der Vertrag geschlossen wurde. Das vereinfacht die Buchhaltung und die Budgetplanung auf Kundenseite.

Beispiel: Ein Vertrag wird am 1. April geschlossen, Jahresbetrag 12.000 Euro. Im ersten Jahr wird anteilig fuer April bis Dezember abgerechnet, also 9.000 Euro. Ab dem Folgejahr laeuft die Abrechnung jeweils von Januar bis Dezember.

Diese Kalenderjahr-Angleichung ist manuell fehleranfaellig, weil Sie sich fuer jeden Vertrag merken muessen, ob er im ersten Jahr anteilig oder voll abgerechnet wird. Ein automatisiertes System erledigt das ohne Ihr Zutun.

Von der Vertragsverwaltung zur Rechnung: Der ideale Ablauf

So sieht ein durchgaengig automatisierter Prozess aus:

Schritt 1: Vertrag anlegen. Sie erfassen Kunde, Leistung, Betrag, Intervall und Startdatum. Optional: Vertragslaufzeit, Kuendigungsfrist und Preisanpassungsklausel.

Schritt 2: System berechnet Abrechnungsplan. Sie sehen sofort, wann welche Rechnungen erzeugt werden und in welcher Hoehe. Die erste anteilige Rechnung wird automatisch berechnet.

Schritt 3: Rechnungen werden generiert. Zum Faelligkeitstermin erzeugt das System die Rechnung als Entwurf. Sie pruefen und versenden mit einem Klick.

Schritt 4: Ueberblick behalten. Ein Dashboard zeigt alle aktiven Vertraege, die naechsten anstehenden Rechnungen und den monatlich wiederkehrenden Umsatz (MRR). Auslaufende Vertraege werden rechtzeitig hervorgehoben.

Der entscheidende Punkt ist Schritt 3: Die Rechnung wird als Entwurf erzeugt, nicht automatisch versendet. Das gibt Ihnen die Kontrolle, ohne dass Sie die Rechnung manuell erstellen muessen.

Was Sie bei der Einfuehrung beachten sollten

Bestandsvertraege migrieren. Beginnen Sie mit den Vertraegen, die als naechstes abgerechnet werden. Sie muessen nicht alle Altvertraege auf einmal einpflegen. Arbeiten Sie sich chronologisch vor.

Rechnungsentwuerfe pruefen. In den ersten zwei bis drei Monaten sollten Sie jeden automatisch erzeugten Entwurf gruendlich pruefen. Stimmen die Betraege? Ist der richtige Leistungszeitraum angegeben? Ist die Umsatzsteuer korrekt?

Kommunikation mit Kunden. Wenn sich das Rechnungslayout aendert, informieren Sie Ihre Kunden kurz. Das vermeidet Rueckfragen.

Pro-Rata-Regeln festlegen. Entscheiden Sie vorab, wie Sie mit anteiligen Zeitraeumen umgehen. Diese Entscheidung sollte einheitlich fuer alle Vertraege gelten.

Die Vorteile in Zahlen

Fuer ein Unternehmen mit 50 wiederkehrenden Vertraegen sieht die Rechnung ungefaehr so aus:

  • Manuelle Erstellung: ca. 3 Stunden pro Monat fuer Pruefung, Erstellung und Versand
  • Automatisierte Erstellung: ca. 30 Minuten fuer die Pruefung der Entwuerfe
  • Zeitersparnis: 2,5 Stunden pro Monat, also 30 Stunden pro Jahr
  • Fehlerreduktion: Keine vergessenen Vertraege, keine falschen Betraege, keine veralteten Preise

Dazu kommt der indirekte Nutzen: puenktliche Rechnungsstellung fuehrt zu puenktlicher Zahlung. Wenn Sie am ersten Werktag des Monats alle Rechnungen versenden statt am zehnten, verbessern Sie Ihren Cashflow um eine Woche.

Wiederkehrende Rechnungen mit Minutly

Minutly verbindet Vertragsverwaltung und Rechnungsstellung in einem System. Legen Sie einen Vertrag an, definieren Sie Intervall und Laufzeit, und Minutly berechnet den Abrechnungsplan inklusive anteiliger Betraege und Kalenderjahr-Angleichung automatisch. Rechnungen werden als Entwurf erzeugt, von Ihnen freigegeben und wahlweise als ZUGFeRD oder XRechnung versendet. Testen Sie Minutly kostenlos und automatisieren Sie Ihre wiederkehrende Abrechnung.

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